2014

Otello (Musikalische Leitung: Cornelia von Kerssenbrock; Inszenierung: Magdalena Fuchsberger)

“Ein Beginn mit Donner und Blitz (…) im Graben, wo Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock am Pult der Münchner Symphoniker gleich mit den ersten Takten von Giuseppe Verdis `Otello` ein orchestrales Gewitter beinahe biblischen Ausmaßes entfesselt und keinen Zweifel daran lässt, dass die kontrastreiche Partitur bei ihr in besten Händen liegt.”

“(Die) Aufwertung der Figur (Desdemona) entspricht ganz dem Konzept von Regisseurin Magdalena Fuchsberger, die das zeitlose Drama um Liebe und Vertrauen ohne inszenatorische Mätzchen auf die karge, von Claus Hipp ausgestattete Bühne bringt und immer ganz nah an der Geschichte und ihren Figuren bleibt. Otello und Desdemona sind bei ihr gleichwertige Partner, die ohne einander nicht existieren können.”

(Tobias Hell, OVB/Münchner Merkur – die ganze Kritik finden Sie hier: http://www.ovb-online.de/kultur-tv/gluecklicher-hand-3647190.html)

“Insbesondere die Besetzung der Dreier-Konstellation Otello-Desdemona-Jago macht aus dieser vorletzten Verdi-Oper einen regelrechten Psycho-Thriller, spannender als jede amerikanische Krimi-Serie. Mit diesem Ensemble haben die Immlinger wirklich drei Entdeckungen gemacht.”

“Dazu der wie immer gut gelaunte und sicher intonierende Festivalchor und die kompetenten Münchner Symphoniker unter der Leitung von Cornelia von Kerssenbrock: das ist mehr als ein gelungener Premierenabend. Eher ein wahnsinnig mitreißender.”

(Jochen Eichner, BR Klassik – die ganze Kritik zum Nachhören finden Sie hier: http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/allegro/premierenkritik-otello-auf-gut-immling-100.html)

“Der türkische Tenor Efe Kislali sang mit seiner dunkel gefärbten, edel timbrierten, raumgreifenden Prachtstimme die Partie des Otello mit bewundernswerter Leichtigkeit. Deniz Yetim, ebenfalls aus der Türkei, gab ihr deutsches Debüt als Desdemona und man wünscht sich, diese herrliche Sopranistin bald wieder zu hören. Es fehlen einem einfach die Worte, um ihre große, klangvolle, leuchtende Stimme zu beschreiben. Der Waliser Rhys Jenkins gab seinen ersten Jago, und es ist ganz klar, dass er diese Partie, die ihm sehr gut liegt, noch sehr oft singen wird.”

(Christoph Karner, Neuer Merker – die Premierenkritik finden Sie hier: http://www.der-neue-merker.eu/gut-immling-opernfestival-otello-premiere)

Bajazzo und Il Tabarro (Musikalische Leitung: Cornelia von Kerssenbrock; Inszenierung: Verena von Kerssenbrock)

“Hier kochten die Emotionen, als am Samstag (…) das Verismo-Tandem `Bajazzo und Il Tabarro` bewies, dass die Oper als Kraftwerk der Leidenschaft noch nicht vom Netz gegangen ist (…) In diesem schlichten, stimmigen Ambiente (Verena von Kerssenbrock und Wiebke Horn, Kostüme) entwickelte sich fesselndes Musiktheater, das Cornelia von Kerssenbrock musikalisch befeuerte. Sie steuerte mit dem jungen Festivalorchester mitten hinein in die hochdramatischen Aufschwünge, ließ es brodeln oder schmachten und koordinierte hellwach die Musiker, den prächtigen Laien-Chor samt Kindern und die Solisten, die sich mit ungebremstem Einsatz ins Geschehen warfen.”

(Gabriele Luster, OVB/Münchner Merkur)

“Die schwedische Sopranistin Liine Carlsson, die für die erkrankte Anna Dimitriu eingesprungen war und sich in kürzester Zeit die Inszenierung einverleibt hat, spielte die beiden Frauenrollen Nedda und Giorgetta – die vom Typ völlig unterschiedlich sind – mit einer breiten Palette an Emotionen, die sie in Ausdruck, Mimik und Bewegung, mit großer Natürlichkeit und Intensität zu gestalten wusste. Mit perfekt platzierter, wunderbar ausgeglichener Stimme und brillianter, mühelos wirkender Tonproduktion betörte die Sopranistin nicht nur ihre Liebhaber, sondern auch das Publikum.

Aber auch die grobschlächtigen, gehörnten Ehemänner, Alexander Schulz in der Rolle des Canio, der den Bajazzo spielte, und Jacek Strauch in Il Tabarro, der den Michele gab, begeisterten die Zuhörer mit ihren stimmgewaltigen Ausbrüchen schäumend vor Wut, lodernd vor Hass und rasend vor Eifersucht. Dafür gab es immer wieder einmal zurecht spontanen Applaus, denn die sängerische Linie vergaßen die Darsteller trotz aller großen Gefühle nie.”

(Barbara Heigl, Traunsteiner Tagblatt)

Montezuma (Musikalische Leitung: Cornelia von Kerssenbrock; Inszenierung: Ludwig Baumann)

Wo sich die Immlinger Inszenierung szenisch mit viel Federkopfputz und Jaguarfell eher auf der konservativen Seite bewegt, geht man musikalisch ungewöhnlichere Wege, indem man die Originalmusik mit elektronischen Klängen der beiden Mittzwanziger Daniel Hermann-Collini und Camila de Laborde anreichert.”
“Über jeden Zweifel erhaben zeigen sich die Solisten. Wobei Anna Brulls männlich kraftvoller Cortés am Ende auch in vokaler Hinsicht über Titelheld Thomas Diestler triumphiert, dafür aber durch Aztekenkönigin Mitrena starke Konkurrenz erhält, in deren virtuosen Arien der warm timbrierte Mezzo von Antonela Barnat seine volle Strahlkraft entfaltet. Als Liebespaar zwischen den Fronten dürfen Derek Rue in der Rolle des Cortés-Bruders und Nastasja Neumann als Montezumas Tochter in Herzschmerz schwelgen, während Sarah Zhai Strauss als kämpferischer Asprano ein spektakuläres Feuerwerk von Koloraturen abbrennt.”

(Tobias Hell, OVB/Münchner Merkur)

“Bei ihrer Premiere im Rahmen der Opernfestspiele auf Gut Immling konnte die Barockoper als farbenfrohes, imposantes Werk einen großartigen Erfolg feiern. Unter der Regie des Intendanten Ludwig Baumann und der musikalischen Leiterin Cornelia von Kerssenbrock erfuhr das Werk eine moderne Gestaltung, die Opernfans zu begeistern wusste. Weder die anfangs etwas ungewöhnlich anmutenden, elektroakustischen Elemente noch die Videoeinspielungen auf einer Großbildleinwand nehmen den barocken Charme. Vielmehr untermauerte diese ungewöhnliche Zusammenstellung die dramaturgischen Elemente des Geschehens.”

“Der aus Graz stammende Countertenor Thomas Diestler verkörperte den Titelhelden. Seine ausgefeilte Technik zur Alt- und sogar Sopranlage gab der Figur des Montezuma eine besondere Note. Sowohl schauspielerische als auch gesangliche und musikalische Glanzleistungen bescherten neben Mitrena (Antonela Barnat), Teutile (Nastasja Neumann), Fernando (Anna Brull), Ramiro (Derek Rue) und Asprano (Sarah Zhai-Strauss) auch der Kammerchor Gut Immling und das Barockorchester Georgian Sinfonietta dem Publikum.”

(Petra Kähsmann, Alt-Neuöttinger Anzeiger)