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Immling Festival 2019

„Versuchungen sollte man nicht widerstehen… wer weiß, wann sie wiederkommen“.

Unter dieses Motto stellt das Immling Festival die kommende Saison 2019 und präsentierte das Programm am 7. November im Münchner Presseclub der Öffentlichkeit. Die „Versuchungen“ sind denn auch vielfältig: Gleich drei Musiktheater-Neuproduktionen, Neuauflagen der beliebten Chor- und Orchestergalas, eine Musicalnacht, Liederabende im romantischen Blumengarten von Gut Immling und ein umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche – Immling 2019 präsentiert sich auch im 23. Jahr als ein Festival für Musikliebhaber aller Altersklassen.

Mit der Inszenierung des Opernklassikers „Turandot“ von Giacomo Puccini erfüllt sich Intendant Ludwig Baumann einen langjährigen Wunsch. Das opulente Werk mit großem Chor und aufwendiger Besetzung bezeichnet er als große Herausforderung. „Wer das sehen möchte, darf 2019 tatsächlich der Versuchung nicht widerstehen, uns zu besuchen. Das Stück wird sobald sicher nicht wiederkommen“. Nach dem großen Erfolg der „La Bohème“- Produktion holt sich Baumann auch für das Bühnenbild der „Turandot“ Ekaterina Zacharova an seine Seite.

Regisseurin Verena von Kerssenbrock freut sich auf ihre Neuinszenierung des „Don Giovanni“ – eine der populärsten Opern von Wolfgang Amadeus Mozart. „Gerade, wenn ein Werk scheinbar bekannt ist, wird es für den Regisseur eine besondere Herausforderung.“

Und gleich noch eine Besonderheit: Nach langer Zeit gibt es im Programm des Immling Festivals wieder eine Operette, „Die Fledermaus“ von Johann Strauss – ebenfalls ein Bestseller der Musiktheater-Literatur. Wer Immling kennt, darf gerade hier besonders gespannt sein. Der Anspruch von Intendant Baumann, Produktionen für die heutige Zeit zu machen, ohne die klassische Zuhörerschaft zu verlieren, ist besonders bei diesem Werk gefordert. „Ich möchte das Publikum nicht bedienen“, betont Baumann im Rahmen des Pressegesprächs, „aber nur ein netter Abend mit einem schönen Glas Wein und walzerseliger Musik wäre mir zu wenig – selbst in unserem paradiesischen Umfeld und mit der wunderbaren Musik eines Johann Strauss.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Immling Festivals liegt seit Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit. Wie kein anderes Festival ist man in Immling seit vielen Jahren um den Nachwuchs bemüht – seit kurzem sogar unterstützt von einer eigenen Festival- Theaterpädagogin. „Wenn wir uns nicht um die kulturelle Bildung unserer Kinder kümmern, werden wir in einigen Jahren kein Opernpublikum mehr haben“. Dieses Credo hat sich Ludwig Baumann auf die Fahnen geschrieben und präsentiert auch für das kommende Jahr ein beispielloses Jugend-Festivalprogramm. „Shrek – Das Musical“ ist das neue Projekt der Akademie Immling, deren jugendliche Laiendarsteller mit fast schon professionellem Anspruch jedes Jahr unter der Leitung von Verena von Kerssenbrock viele Wochenenden und Ferien mit den Proben verbringen. „Mozarts magische Manege“ heißt die neue Kinderoper für die Kleinsten, während in der beliebten Kinder-Kulturwoche wie immer zum Abschluss des zweimonatigen Festivalzeitraums bis zu 100 Sechs- bis Zwölfjährige Theaterluft schnuppern und „wie die Großen“ ein Theaterstück erarbeiten.

Zwischen den Opernvorstellungen gibt es auch in diesem Jahr zahlreiche Konzertabende, wie etwa die „Große Nacht des Musicals“ oder eine „Gala der Opernchöre“. Aber auch die leiseren Töne haben ihren Platz im Festivalprogramm, darunter zwei „Romantische Liederabende im Blumengarten“, eine audiovisuelle Präsentation avantgardistischer und zeitgenössischer Werke sowie ein Atelierkonzert mit Starpianist Kit Armstrong.

„Es geht neben der wirtschaftlichen Unterstützung auch immer um die Weitergabe der Begeisterung für eine Sache“, betonte Michael Schneider, Vorsitzender des Förderclubs Immling, in einem geradezu flammenden Plädoyer auf die Frage, wie man ein solch vielfältiges Programm denn überhaupt auf Dauer stemmen kann.

Jedem „seine“ Versuchung – getreu dem Jahresmotto. Für das Programm 2019 hat man sich das in Immling genau überlegt. „Do muas ma hi“ lautete dann auch die Zusammenfassung eines Zuhörers der Pressekonferenz auf die Frage nach dem generellen Zuspruch zu Kultur im ländlichen Raum. Na dann: Auf ein Neues!

Das vollständige Programm, Termine und Tickets finden Sie ab sofort hier auf unserer Homepage. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

[Auf dem Foto der Programmpräsentation v.l.n.r.: Ludwig Baumann (Intendant), Verena von Kerssenbrock (Regisseurin) und Michael Schneider (Vorsitzender des Förderclubs)]

 

 

Pressestimmen Immling Festival 2018

Pressestimmen “Don Carlo” (Giuseppe Verdi):

Im Festspielhaus von Immling wird Verdis Grand Opéra zum tragischen Ringen des Einzelnen mit den Abgründen der Macht. Nirgends wird das deutlicher als in der atmosphärisch hochaufgeladenen Begegnung zwischen Filippo II. (Oleksandr Pushniak) und dem Großinquisitor (Gelu Dobrea) im dritten Akt. Während sich der greisenhafte Kirchenmann in seinem unerbittlichen Glauben an die Macht sogar aus dem Rollstuhl erhebt, sinkt die wuchtige Gestalt des Basses Oleksandr Pushniak in sich zusammen. Der König wird hier in seinem aschgrauen Kaftan zum Hausknecht der Inquisition, der dem Machterhalt seine Vernunft ebenso wie seine Freundschaft zu Rodrigo unterwirft. Es ist eines der stärksten Bilder der überaus ambitionierten Inszenierung des Regisseurs Stefano Simone Pintor,die ebenso reduzierte wie eingängige Szenen schafft. Das liegt auch am äußerst gelungenen Bühnenbild. Es besteht aus einer einzigen grauen, eisbergartig aus der Bühne ragenden Projektionsfläche. Der Kampf zwischen Macht und Vernunft kann sich hier in immer neuen Variationen von Licht und Schatten entfalten, unterstützt von einem pfiffigen Farbkonzept, das schon mal den Text unterläuft. Héctor Lopéz als Don Carlo meistert dabei die langen,hoch geschriebenen Phrasen seiner Titelpartie mit der Lässigkeit des Routiniers, der erst zwei Tage zuvor erfahren hatte, einspringen zu müssen.
Thomas Jordan, Süddeutsche Zeitung

Umso glutvoller wirkt Verdis Musik aus der Hand von Lorenzo Coladonato. Der in Mailand ausgebildete Dirigent lockt aus dem Immlinger Festivalorchester einen beachtlich schönen Klang, liefert optimale Tempi und die ideale Balance für die extrem exponierten Solisten. Der Festivalchor Immling gestaltet die großen wie die kleinen Chorszenen musikalisch großartig, blitzsauber auch die Prozessionen der Mönche durch den Zuschauerraum. Der Komplexität des Werkes wird man in Immling in allen Bereichen gerecht [...] gute drei Stunden herrliche Musik in geschmackvoll-schlichter Inszenierung.
Franziska Stürz, BR Klassik

Regisseur Stefano Simone Pintor kennt das Haus von seiner gelungenen Produktion der „I vespri siciliani“ aus dem Vorjahr und beweist mit einem klug balancierten „Don Carlo“ erneut, dass er ein gutes Händchen für Verdi hat. Der Italiener weiß mit der speziellen Raumsituation geschickt umzugehen und versteht es, ohne große Bühnentechnik eindrucksvolle Bilder zu zaubern [...]
Die sängerische Krone des Abends gebührte Kate Allen, die als von Eifersucht und Schuld zerfressene Prinzessin Eboli eine glanzvolle Vorstellung bot und diese mit einem heftig akklamierten „O don fatale“ veredelte. Ähnliche Ovationen bereitete das Publikum dem makellosen Posa von Slawomir Kowalewski. Er verkörperte nicht nur den vertrauenswürdigen Freund, sondern verteidigte im Duett mit dem König, das Pintor als öffentliche Anhörung inszenierte, auch sängerisch seinen Standpunkt.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Die Massenszenen fügen sich in wohl ausgearbeiteter Bewegungschoreografie ins Geschehen, zeichnen kraftvolle Bilder einer grauen Masse von Volk oder Mönchen, die immer im richtigen Moment und in passendem Rhythmus, den Szenerien eindrucksvolle Dramatik verleihen. Dazu kunstvoll ausgeklügelte Schattenspiele, sowohl in kleiner, als auch in überdimensionierter Projektion. Auf dem Scheiterhaufen der Inquisition lodern Stühle – Im Labyrinth der Seelen als Metapher zu den der kirchlichen Macht zum Opfer gefallenen Individuen: Ketzer, die das Volk und vor allem die Kirche brennen sehen will. Ein eindrucksvoller Vergleich, der in den Zuschauern Gänsehautschauer auslöste. Die Leistung des Opern-Ensembles war überragend: Tenor Carlo (Hector Lopez), der mit Vehemenz und expressiver Ausgestaltung den Spagat zwischen leidenschaftlicher Liebe und abgrundtiefer Verachtung schafft. Stimmlich immer auf dem Punkt. Der brillante Bass Filippo II. (Oleksandr Pushniak) schwankt zwischen quälendem Misstrauen und verzweifelter Einsamkeit. Sopranistin Elisabetta (Anna Patrys) – stimmgewaltig, strahlend, mit großer empathischer Gabe.
Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Pressestimmen “La Bohème” (Giacomo Puccini):

Regisseur und Intendant Ludwig Baumann ist mit dieser Neuproduktion ein Wurf gelungen, der die altbekannte Geschichte behutsam aktualisiert, das Stück dabei aber nie verrät [...] Dass es trotzdem nicht zu technisch oder gar nüchtern wird, dafür sorgen unter anderem die in satten Ölfarben verewigten Pariser Straßenszenen von Ekaterina Zacharova, deren Gemälde in den sonst weißen Bühnenraum projiziert werden und das pulsierende Leben der französischen Metropole treffend einfangen. Ganz zu schweigen vom emotionalen Schlussbild, das der sich tragisch zuspitzenden Musik eine rührselige Erinnerung an unbeschwerte Zeiten entgegensetzt und dem Publikum so einen zusätzlichen Stich ins Herz versetzt [...]
Hand in Hand mit dem typgerecht besetzten Ensemble, das seine Arien und Duette jenseits aller Wunschkonzert-Seligkeit lebt, gelingt so etwas, das man als abgebrühter Operngänger schon nicht mehr für möglich hält: dass Puccinis beinahe totgespielter Schmachtfetzen auf einmal wieder richtig berührt.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Vor allem aber wird prachtvoll gesungen, besonders Ysmanov kleidet die anspruchsvolle Tenorrolle in einen schmelzenden, in der Höhe aufblühenden lyrischen Belcanto. Sylwia Olszynska als Mimì verzaubert mit güldenem Timbre und rührt mit ihrem leisen Tod tief an, Gloria Giurgola als Musetta hingegen tupft die Höhe so graziös an, dass man ihr ihre gespielte Zickigkeit schnell verzeiht. So soll es sein. Hochprofessionell ist auch das vornehmlich aus regionalen Kräften zusammengesetzte Festivalorchester. Der italienische Dirigent Lorenzo Coladonato holt aus der nur unwesentlich reduzierten Streicherbesetzung mehr als das Mögliche heraus. Vor allem aber trifft er mit flüssig bewegten Tempi den Konversationston der Musik genau, auch die vielen frei in der Luft schwebenden oder vorantreibenden Rubati sind noch in den Nebenstimmen sicher koordiniert. Die gesamte Produktion ist so erstklassig und inspiriert, dass auch auswärtige Besucher die gut einstündige Fahrzeit durch die herrliche Landschaft nicht bereuen werden. Hinfahren!
Michael Bastian Weiß, Abendzeitung München

Ludwig Baumann erzählte in seiner Inszenierung die meist gespielte Oper der Welt in seiner eigenen Sprache, ließ seiner offensichtlich blühenden Fantasie freien Lauf und infizierte die rasch entzückten Zuschauer mit frischem Opernglamour à la bonne heure. Die gesamte Inszenierung erinnerte an ein buntes Knallbonbon. Zwischen dem Hausen in einer Künstler-WG und dem lustigen Treiben auf dem Weihnachtsmarkt am heiligen Abend, verzauberten Schmacht-Arien vor dem Hintergrund des glaubhaft nachgezeichneten Savoir-vivre der Pariser Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Zu den visuellen Attacken positiver Art gesellten sich schon bald mitreißender Gesang eines optimal besetzten Opernensembles in harmonischer Begleitung eines schwungvoll agierenden Orchesters [...]
Hervorheben konnte man bei dieser Premiere beim besten Willen keinen der Sänger. Gäbe es eine Steigerung von brillant, so würde die Ludwig Baumanns Inszenierung schmeicheln. Und weil das beste Lob zum Schluss am nachhaltigsten wirkt, sei die brillante(-ste) Leistung des Festivalorchesters Immling unter der Leitung von Lorenzo Coladonato sowie des großartigen Festivalchor Immling mit großem Lob gekürt.
Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Pressestimmen “Der Freischütz” (Carl Maria von Weber):

Verena von Kerssenbrocks Freischütz-Inszenierung zielt in symbolhaften Bildern auf Kernbotschaften, eint das Fantastische mit dem Morbiden. Mit beeindruckenden Bildern macht sie mit von Webers großartiger Musik das Ringen von Gut und Böse sichtbar. Das Immling Festival schöpft aus dem Vollen: Spitzenbesetzung der Gesangssolisten, ein hoch motivierter, zusammengewachsener Chor in Bestform, der sich wunderbar multifunktional einsetzen lässt, und im Orchestergraben, unter der Leitung von Evan Alexis Christ, keine Geringeren als die Münchner Symphoniker. Das Bühnenbild (Nikolaus Hipp) bietet viel Freiraum für inszenatorische Überraschungsmomente [...]
Das Opernensemble zeigte sich in Hochform, überzeugte gesanglich in allen Rollen [...] Katja Bördner als Agathe, glaubhaft brav und fromm mit anrührender Innigkeit in ihrem strahlkräftigen Sopran. Josefin Feiler als Ännchen war eine Wucht, füllte ihre Rolle nicht nur stimmlich, auch darstellerisch mit komödiantischem Glanz und brachte Schwung in die Szenen. Johan Weigel als Max, mit elegantem Tenor, nur in seiner Rolle hin und her gerissen, stimmlich ohne Makel, wie auch Kosma Ranuer als Kaspar, in seiner Verwegenheit voll überzeugend [...] Gut gezielt – Geschmack getroffen: Mit tosendem Beifall bedankte sich das Premierenpublikum für einen berauschenden Opernabend.
Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Szenisch wie musikalisch blieben wenig Wünsche offen [...] Stimmlich sorgt Katja Bördner (Agathe) für die magischen Momente dieser Aufführung: so zart, so schön – bei ihren Arien hält das Haus den Atem an. An Katja Bördners Seite: ein entzückendes Bühnentier als Ännchen – keck, liebenswert, mitfühlend. Mit jubelnden Spitzentönen schickt Josefin Feiler ihre Zuversicht und Lebensfreude in den finsteren “Freischütz”-Wald [...] Voll bezaubernder Innigkeit die Brautjungfern, stimmstark und wuchtig der Immlinger Festspielchor [...] Die Münchner Symphoniker unter Leitung von Evan Alexis Christ begleiten farbig und sensibel [...] Für wohligen Grusel sorgt eine fabelhafte Lichtregie samt allerhand effektvoll an den Bühnenhimmel projiziertem fliegenden und vorbeihuschenden Nachtgetier. Das Immling Festival kann musikalisch und szenisch seit Jahren schon sehr, sehr viel. Jetzt kann es auch noch Videokunst. Respekt!
Michael Atzinger, BR Klassik

In Morgentau-Stimmung dirigiert der zackige Evan Alexis Christ, der kurzfristig die musikalische Leitung von der erkrankten Cornelia von Kerssenbrock übernommen hat, die überzeugenden Münchner Symphonikern die romantische Ouvertüre in der durchaus beachtlichen Akustik der Halle. Ein weißer und ein schwarzer Dämon ringen tanzend und holzschnittartig um Gut und Böse, bevor sich der Jägerchor polternd Einlass verschafft [...]  Stimmstark wird der Eremit von Kai Wegner in Sandalen intoniert, der gemeinsam mit Modestas Sedlevičius als Fürst Ottokar einen sängerischen Höhepunkt setzt.
Anna Schürmer, Münchner Merkur

Pressestimmen “Orpheus und Eurydike” (Christoph Willibald Gluck): 

Die drei Hauptdarsteller der Oper „Orpheus und Eurydike“, die nun Premiere feierte, sind Finalisten des Gesangswettbewerbs und stellten ihr Können auf der Bühne grandios unter Beweis. Die mittlerweile fünfte Ba-Rock-Oper handelt vom plötzlichen Tod Eurydikes und dem Versuch Orpheus`, seine Geliebte aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Seine Trauer wird dabei für das Publikum so greifbar, fast zum eigenen Herzschmerz, dass die gedrückte Stimmung kaum zu ertragen erscheint [...] Eines jedoch ist völlig klar: Die Leistungen der Darsteller, des Orchesters und des Festivalchors sind absolut hervorragend. Dem Ensemble von Immling gelingt es, die Klaviatur der Emotionen derart sicher und intensiv zu bespielen, dass das Publikum komplett in ihren Bann gezogen ist.
Valentina Antonucci, Süddeutsche Zeitung

Mit dem plötzlichen Tod Eurydikes [...] beginnt ein langer Prozess des Heilens für den Titelhelden. Der hat in Modestas Sedlevičius einen Interpreten, der mit hell timbriertem Bariton gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen leiser Trauer und wild aufbäumender Verzweiflung balanciert, dem aber gleichzeitig die nötigen Klangfarben für die langsam aufkeimende Hoffnung und für die Erinnerungen an glücklichere Zeiten zur Verfügung stehen. An seiner Seite überzeugen dabei nicht nur die mit warmem Sopran punktende Eurydike von Maryna Zubko und die etwas leichtgewichtige, aber stimmlich umso agilere Rachel Croash als Amor, sondern vor allem Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock. Sie findet nach Verdi und Donizetti nun einen Draht zu Gluck und kultiviert mit ihrem hochmotivierten Orchester einen schlanken, historisch informierten Klang. Selbst das berühmte „Che farò senza Euridice“ präsentiert sich so, ganz im Sinne des Opernreformators Gluck, nicht als großer rührseliger Gefühlsausbruch, sondern im besten Sinne des Wortes als dem Text und der Inszenierung dienende Theatermusik. Ein ebenso überraschender wie gelungener Abend, der einen der stimmigsten Immlinger Festspieljahrgänge seit Langem abrundet.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock setzte die Inszenierung von Ludwig Baumann Glucks Werk eine neue glänzende Krone auf: Glucks „Reformoper“ erfährt in der jüngsten Produktion der Festspiele Immling mit einem grandios aufgestellten Festivalchor, einem famosen Festivalorchester und einer ausdrucksstarken, detailliert gearbeiteten Tanzchoreographie (Dominique Aref, Andrea, Robert und Tanja Honner) eine zeitgemäße Adaption, frei von Schnörkeln und irrwitziger Abstraktion. Große emotionsgeladene Dramatik liefert den Stoff für eine Operninszenierung mit psychologisch durchleuchteten Verhaltensweisen der einzelnen Figuren [...] Eine Opernpremiere, die in vielerlei Hinsicht Brücken schlägt, Klischees bricht, Horizonte erweitert. Eine sensible psychoanalytische Aufarbeitung eines uralten Stoffs vereint Gesang, Orchester, Tanz und Pantomime in gleichem Maße [...] Die Opernsänger brillierten nicht nur stimmlich, sondern auch in ihrer expressiven Körperarbeit. Die Tänzer waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein unvergesslicher Opernabend, für den sich das Premierenpublikum mit einem nicht enden wollenden Applaus und lautstarken Bravorufe bedankte.
Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Die ukrainische Sopranistin Maryna Zubko [...] überzeugt später mit jubelnder Wiedersehensfreude und abgrundtiefer Verzweiflung [...] Diese Herrlichkeit hat noch einen zweiten Namen: Modestas Sedlevičius. Der litauische Bariton, hörbar liedgeschult, packt das gleißende Glück und den stechenden Schmerz des Orfeo wie selbstverständlich in seine großartig geführte Stimme. Edel, zupackend, vor Leiden und Leidenschaft sich verzehrend. Orfeo wird übrigens am Ende als geheilt entlassen – aber in welche Zukunft? Sehen – und vor allem hören Sie selbst. Es lohnt sich.
Michael Atzinger, BR Klassik 

Opern-Frühbucherbonus und Opern-Abo bis 31.12.2018

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