Pressestimmen und Video-Eindrücke 2017

Die sizilianische Vesper

Oper von Giuseppe Verdi – Termine & Tickets finden Sie hier.

Zum Inszenierungs-Trailer.

Video-Bericht: Sat.1 Bayern

Radio-Bericht: Radio Regenbogen

Pressestimmen:

Heuer wagte man sich bei der Eröffnungspremiere mit „I vespri siciliani“ an eine deutlich seltener anzutreffende, nicht minder packende Rarität aus der Feder von Giuseppe Verdi. Entstanden im Anschluss an „La traviata“, hat auch die 1855 aus der Taufe gehobene „Sizilianische Vesper“ alles, was man sich vom Komponisten erwartet. Eingängige Melodien, effektvolle Chorszenen [...] Cornelia von Kerssenbrock [...] schlägt schon in der Ouvertüre energische Tempi an und lässt auch im weiteren Verlauf des Abends nichts anbrennen. Manchmal wünscht man sich fast, Kerssenbrock würde sich mehr Zeit nehmen – so wie es ihr etwa in den gefühlvollen Momenten zwischen Arrigo und Elena gelingt, die sie mit den bestens aufgelegten Münchner Symphonikern einfühlsam balanciert. Aber die Kontrastdramaturgie geht auf und entlässt das Publikum am Ende fast atemlos in die klare Sommernacht. So lässt man sich eine Verdi-Ausgrabung gefallen.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Der junge italienische Regisseur Stefano Simone Pintor verlegt für seine „Sizilianische Vesper“ den politischen Konflikt zwischen Volk und Besatzern in eine ewig existierende kriegerische Welt zwischen Mittelalter und heute. Das naiv-abstrakte Bühnenbild von Nikolaus Hipp besteht aus Bambusgerüsten und aufgespannten hellen Tüchern, aus denen das Volk in pittoresken Kostümen aus der Verdizeit hervorquillt. Die brutalen französischen Soldaten tragen dagegen Uniformen aus dem 20. Jahrhundert und marodieren mit gezückten Säbeln. Eine beachtliche szenische und musikalische Leistung des Immlinger Festivalchores [...] Im Orchestergraben der Reithalle gelingt Cornelia von Kerssenbrock mit den Münchner Symphonikern eine echte Verdi-Überraschung. Die Musiker bleiben der enormen Bandbreite von Verdis Tonsprache nichts schuldig: Dumpf stocken die Töne in bedrohlicher Atmosphäre, dann bäumen sich große Eruptionen des Aufbegehrens auf, die Musik tänzelt und flirrt verspielt in den Liebesarien und ist von Anfang bis Ende hervorragend auf das Bühnengeschehen und die Solisten abgestimmt [...] Alles in allem bietet die Immlinger Produktion [...] einen eindrucksvollen Verdiabend mit hohem musikalischem Seltenheitswert.
Franziska Stürz, BR Klassik

Dass dieses monumentale Verdi-Opus zu den eher seltener aufgeführten Opern zählt, liegt sicher nicht an der Musik, die voller Schönheit ist und ein starkes Verdi–Profil zeigt [...] Pintor baut Spannung auf und hat in den jungen Solisten und dem Immlinger Festivalchor darstellerisch formbares “Material”. Die Müncher Symphoniker und ihre Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock sind ein gutes Team. Vor allem nach der Pause entwickelt sich der Orchesterklang differenzierter und lässt Verdis Tonsprache leuchten zwischen empfindsamer Tonmalerei und dramatisch auftrumpfender Emphase.
Elisabeth Aumiller, PNP / Regionalausgaben

Die Geschichte vom brutalen Aufstand der Sizilianer gegen die französischen Besatzer ist durchaus bewegend erzählt, das eigentliche Drama spielt sich aber musikalisch ab. Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock treibt die Münchner Symphoniker zu explosiver Emphase, begleitet trotz des Muts zu plakativen Effekten stets sängerfreundlich. Und die sind teilweise Weltklasse an diesem Abend. Besonders die beiden dunklen Stimmen des Abends – der Bassbariton Stefano Meo als Monforte und der Bass Alexander Teliga als Procida – verfügen über Stimmen mit enormer Durchschlagskraft und beeindruckender Sensibilität im Piano. Tenor Angelo Fiore (Arrigo) bewältigt die Partie mit den zahlreichen hohen Cs und Ds souverän.
Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier

Der Liebestrank

Oper von Gaetano Donizetti – Termine & Tickets finden Sie hier.

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Video-Berichte: Sat.1 Bayern, RfO

Pressestimmen:

Ein rundum stimmiger Opernabend ist hier gelungen, der sich bereits als ein Immlinger Höhepunkt empfiehlt [...] Mit hervorragender Personenführung, beim Chor wie bei den Solisten, schafft die Regisseurin ein quirliges Geschehen voller Lebendigkeit, Humor und ebenso blendender wie überzeugender Charakterisierung. Das junge Sängerensemble punktet mit hochkarätigen Leistungen, gesanglich wie darstellerisch, und würde auch in so manch anderem renommierten Operntheater ein Glanzlicht setzen [...] Last but not least gebührt der Kapitänin Cornelia von Kerssenbrock und dem Festivalorchester Immling großes Lob für eine spritzige, dynamische und spannungsreiche musikalische Auslotung des melodischen Reichtums in Donizettis Partitur. Ein Abend, der Freude macht in seiner Geschlossenheit, Unbeschwertheit, musikalischen und sängerischen Qualität.
Elisabeth Aumiller, PNP / Regionalausgaben

Fein und filigran – wie von Donizetti komponiert – musiziert das wache und sensible Immlinger Festivalorchester. Melancholisch schmachtend, keck auftrumpfend, zart begleitend – souverän zaubert die Dirigentin die vielen Farben der Partitur mit ihren Musikerinnen und Musikern [...] Begeisternd der in bester Buffo-Manier prächtig aufdrehende und doch wunderbar kontrollierte Sergio Foresti als Dulcamara – kostümiert in der Manier eines etwas angejahrten Piraten Jack Sparrow [...] Dafür hat [Nemorino] die schönste Arie – und Chuanliang Wang hat die Ausstrahlung und die Stimme dafür: nicht ganz ungefährdet in der Mittellage, aber mit viel Schmelz und noch mehr Glanz in der Höhe. Donizettis „Liebestrank“ auf Gut Immling: macht nicht seekrank, dafür – wie sich’s gehört – leicht beschwipst und viele Premierenbesucher glücklich.
Michael Atzinger, BR Klassik

Das Ruder fest in der Hand hat [...] Cornelia von Kerssenbrock, die sich durch ihre Arbeit in Immlig die vier Kapitänsstreifen auf der schmucken Uniform längst verdient hat und die mit komödiantisch leichter Hand durch alle Tiefen und Untiefen der Partitur steuert [...] Elisa Cenni bringt neben ihrer sympathischen Ausstrahlung ebenfalls einen agilen Sopran mit, von dem sich die Herren in Bann schlagen lassen. Ähnlich gut gezeichnet sind der in sie verliebte Tollpatsch Nemorino und dessen Nebenbuhler Belcore [...] Carlo Checchi hat sichtlich Spaß, den eitlen Gockel mit einem Übermaß an Selbstbewusstsein auszustatten und lässt nicht nur in vokaler Hinsicht die Muskeln spielen. So legt er zwischen seinen virtuos vorgetragenen Nummern schon mal ein paar angeberische Liegestütze ein. Anfangs noch tapsig durchs Geschehen stolpernd kann ihm der Nemorino von Chuanliang Wang jedoch zumindest in Sachen Wohlklang mehr als Paroli bieten. Und dies nicht erst beim Hit “Una furtiva lagrima”, mit dem er neben Adinas Herz auch das Publikum endgültig für sich erobert.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Orpheus und Eurydike

Oper von Christoph Willibald Gluck – Termine & Tickets finden Sie hier.

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Radio-Bericht: Radio Regenbogen

Pressestimmen: 

Die drei Hauptdarsteller der Oper „Orpheus und Eurydike“, die nun Premiere feierte, sind Finalisten des Gesangswettbewerbs und stellten ihr Können auf der Bühne grandios unter Beweis. Die mittlerweile fünfte Ba-Rock-Oper handelt vom plötzlichen Tod Eurydikes und dem Versuch Orpheus`, seine Geliebte aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Seine Trauer wird dabei für das Publikum so greifbar, fast zum eigenen Herzschmerz, dass die gedrückte Stimmung kaum zu ertragen erscheint [...] Eines jedoch ist völlig klar: Die Leistungen der Darsteller, des Orchesters und des Festivalchors sind absolut hervorragend. Dem Ensemble von Immling gelingt es, die Klaviatur der Emotionen derart sicher und intensiv zu bespielen, dass das Publikum komplett in ihren Bann gezogen ist.
Valentina Antonucci, Süddeutsche Zeitung

Mit dem plötzlichen Tod Eurydikes [...] beginnt ein langer Prozess des Heilens für den Titelhelden. Der hat in Modestas Sedlevičius einen Interpreten, der mit hell timbriertem Bariton gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen leiser Trauer und wild aufbäumender Verzweiflung balanciert, dem aber gleichzeitig die nötigen Klangfarben für die langsam aufkeimende Hoffnung und für die Erinnerungen an glücklichere Zeiten zur Verfügung stehen. An seiner Seite überzeugen dabei nicht nur die mit warmem Sopran punktende Eurydike von Maryna Zubko und die etwas leichtgewichtige, aber stimmlich umso agilere Rachel Croash als Amor, sondern vor allem Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock. Sie findet nach Verdi und Donizetti nun einen Draht zu Gluck und kultiviert mit ihrem hochmotivierten Orchester einen schlanken, historisch informierten Klang. Selbst das berühmte „Che farò senza Euridice“ präsentiert sich so, ganz im Sinne des Opernreformators Gluck, nicht als großer rührseliger Gefühlsausbruch, sondern im besten Sinne des Wortes als dem Text und der Inszenierung dienende Theatermusik. Ein ebenso überraschender wie gelungener Abend, der einen der stimmigsten Immlinger Festspieljahrgänge seit Langem abrundet.
Tobias Hell, Münchner Merkur

Unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock setzte die Inszenierung von Ludwig Baumann Glucks Werk eine neue glänzende Krone auf: Glucks „Reformoper“ erfährt in der jüngsten Produktion der Festspiele Immling mit einem grandios aufgestellten Festivalchor, einem famosen Festivalorchester und einer ausdrucksstarken, detailliert gearbeiteten Tanzchoreographie (Dominique Aref, Andrea, Robert und Tanja Honner) eine zeitgemäße Adaption, frei von Schnörkeln und irrwitziger Abstraktion. Große emotionsgeladene Dramatik liefert den Stoff für eine Operninszenierung mit psychologisch durchleuchteten Verhaltensweisen der einzelnen Figuren [...] Eine Opernpremiere, die in vielerlei Hinsicht Brücken schlägt, Klischees bricht, Horizonte erweitert. Eine sensible psychoanalytische Aufarbeitung eines uralten Stoffs vereint Gesang, Orchester, Tanz und Pantomime in gleichem Maße [...] Die Opernsänger brillierten nicht nur stimmlich, sondern auch in ihrer expressiven Körperarbeit. Die Tänzer waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein unvergesslicher Opernabend, für den sich das Premierenpublikum mit einem nicht enden wollenden Applaus und lautstarken Bravorufe bedankte.
Kirsten Benekam, PNP / Regionalausgaben

Die ukrainische Sopranistin Maryna Zubko [...] überzeugt später mit jubelnder Wiedersehensfreude und abgrundtiefer Verzweiflung [...] Diese Herrlichkeit hat noch einen zweiten Namen: Modestas Sedlevičius. Der litauische Bariton, hörbar liedgeschult, packt das gleißende Glück und den stechenden Schmerz des Orfeo wie selbstverständlich in seine großartig geführte Stimme. Edel, zupackend, vor Leiden und Leidenschaft sich verzehrend. Orfeo wird übrigens am Ende als geheilt entlassen – aber in welche Zukunft? Sehen – und vor allem hören Sie selbst. Es lohnt sich.
Michael Atzinger, BR Klassik

Into the Woods

Musical von Stephen Sondheim – Termine & Tickets finden Sie hier.

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Radio-Bericht: BR Klassik

Video-Bericht: RfO

Pressestimme: 

Man vergaß bei der Premiere schnell, dass man es mit jungen Talenten und nicht mit voll ausgebildeten Profis zu tun hat. Die Musik Sondheims zu „Into the Woods“ verlangte ihnen viel ab. Die Rhythmen sind schnell, spritzig und modern [...] Alle überzeugten durch große Bühnenpräsenz. Selbst bei den Kleinsten stimmte die Mimik, saß jede Geste. Die Hauptdarsteller, allen voran Lea Unterseer als verkannte Hexe, punkteten außerdem mit großer Stimmpräsenz [...] Obwohl die Handlung düster ist, gelang es dem Ensemble, sie so unterhaltsam und durch die gekonnte Kostümauswahl von Sanna Dembowski so farbenprächtig umzusetzen, dass sie auch Schulkindern im Alter ab sechs Jahren keine Alpträume beschert. Ganz im Gegenteil, das Musical regt vielleicht auch schon sie zum Nachdenken an, über das, was im Leben wirklich zählt.
Karin Wunsam, OVB

Diese Seite wird laufend aktualisiert – informieren Sie sich hier nach jeder Premiere über die jeweilige Produktion.